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Anwalt fuer Flugrecht Reiserecht

 
 

weelevio

 

 


             AG Köln, Amtsgericht Köln

             Urteil vom 05.04.2006 // Aktenzeichen: 118 C 595/05


             Annullierung, Flugannullierung, Umbuchung, Flug, Zürich, Mailand, Fluggastverordnung, technischer Defekt,

             Verordnung (EG) Nr. 261/2004, Reiseveranstalter, Fluggesellschaft, Lufthansa, außergewöhnlicher Umstand

 

             vgl. auch folgende Urteile: Urteil BGH X ZR 15/08: Rechte von Flugpassagieren bei Flugannullierung

            BGH Vorlagebeschluss v. 14.10.2008: Flugannullierung wegen technischen Defekts

            

 

Inhaltliche Zusammenfassung und Randbemerkung zum Urteil:

Bitte beachten Sie, dass die folgenden Erläuterungen nicht Bestandteil des Urteils und nicht amtlich sind. Diese wurden von den Mitarbeitern des Reise-Recht-Wiki zum besseren Verständnis verfasst.

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Leitsätze:

--

 

 

Anwalt fuer Flugrecht und Reiserecht
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URTEIL

IM NAMEN DES VOLKES

AMTSGERICHT KÖLN

Verkündet am: 05. April 2006

Geschäftsstelle

Aktenzeichen: 118 C 595/05

In dem Rechtsstreit

[...]

Leitsätze:

Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger EUR 250,00 nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 15.09.2005 sowie weitere EUR 26,39 nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 07.11.2005 zu zahlen.

Die Kosten des Rechtsstreits trägt die Beklagte.

Das Urteil ist vorlläufig vollstreckbar.

 

Tatbestand:

1 Von der Darstellung des Tatbestandes wird im Hinblick auf §313 a Abs. 1 ZPO abgesehen.

 

Entscheidungsgründe:

2 Die Klage ist zulässig und begründet.

3 Ein Anspruch des Klägers gegen die Beklagte auf Zahlung von EUR 250,00 besteht aus Art. 7 Abs. 1 a) i.V.m. Art. 5 VO (EG) 261/2004.

4 Der ursprünglich gebuchte Flug des Klägers LH 3944 am 02.09.2005 von Stuttgart nach Mailand wurde von der Beklagten annulliert. Stattdessen flog der Kläger auf Veranlassung der Beklagten am Morgen des 03.09.2005 um 6:00 Uhr über Zürich nach Mailand.

5 Die Beklagte hat nicht nachgewiesen, dass die Annullierung des Fluges LH 3944 auf außergewöhnliche Umstände zurückging, die sich auch dann nicht hätten vermeiden lassen, wenn alle zumutbaren Maßnahmen ergriffen worden wären (Art. 5 Abs. 3 VO).

Soweit sie behauptet, es habe ein technischer Defekt am Sensor des Engine Fire Detection Systems des eingesetzten Flugzeugs vorgelegen, mag dies zwar grundsätzlich einen außergewöhnlichen Umstand im Sinne des Art. 5 Abs. 3 VO darstellen, wie sich aus dem 14. Erwägungsgrund der Verordnung ergibt, der von Sicherheitsrisiken und unerwarteten Flugsicherheitsmängeln spricht.

6 Die Beklagte hat jedoch nicht substantiiert vorgetragen, woraus sich ergeben könnte, dass der angegebene technische Defekt unerwartet und unvermeidbar gewesen ist.

Ihre Behauptung, das streitbefangene Flugzeug sei regelmäßig gewartet worden, ist ersichtlich zu pauschal gehalten, um die gemäß Art. 5 Abs. 3 VO (EG) 261/2004 erforderliche Exkulpation bewirken zu können.

Es hätte dargelegt werden müssen, wann die eingesetzte Maschine welchen Typs nach welchen Vorschriften und mit welchem Ergebnis durch wen gewartet worden ist und warum angesichts dieser Wartung gerade der konkrete Defekt unvermeidbar und unvorhersehbar war. Auf diese Anforderungen hat das Gericht in der mündlichen Verhandlung vom 01.03.2006 auch hingewiesen.

7 Da die Beklagte die schlüssig geltend gemachten Nebenforderungen nicht bestritten und damit anerkannt hat, war der Klage vollumfänglich stattzugeben.

8 Die prozessualen Nebenentscheidungen beruhen auf §§91 Abs. 1 Satz 1, 708 Nr. 11, 711, 713 ZPO.

[...]

Unterschrift

 

Quelle: Gericht

 

 

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